Wissen vs. Handeln: So sieht Sonnenschutz im Alltag aus
Sonnenschutz im Alltag: Wissen ist vorhanden
Sonnenlicht ist wichtig für den Körper, unter anderem für die Bildung von Vitamin D. Zu viel UV-Strahlung schadet der Haut jedoch. Gerade in den Sommermonaten verbringen wir viel Zeit im Freien, während gleichzeitig die Belastung durch UV-Strahlen [MM1.1]besonders hoch ist. Ob am Strand, im Freibad, beim Wandern oder im heimischen Garten: Gerade jetzt ist der Sonnenschutz der Haut wichtig, um Sonnenbrand zu vermeiden und die Risiken langfristiger Folgen wie frühzeitiger Hautalterung und Hautkrebs zu reduzieren.
Doch nicht nur während der Sommermonate und im Urlaub ist Sonnenschutz wichtig, sondern das ganze Jahr über. Dass Sonnencreme und Co. für unsere Haut wichtig sind, scheinen die Menschen in Deutschland zu wissen. Das zeigt die aktuelle Umfrage „Mythen im Sonnenschutz“ im Auftrag des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW).
Sonnenschutzmythen verlieren an Kraft
Viele gängige Sonnenschutzmythen werden von den Befragten inzwischen als solche erkannt. 97 Prozent wissen beispielsweise, dass einmaliges Eincremen am Tag nicht ausreicht. 96 Prozent ist bewusst, dass auch ein hoher Lichtschutzfaktor[MM2.1] allein keinen ganztägigen Schutz garantiert. Dass Sonnenschutz die Vitamin-D-Bildung [MM3.1]im Körper nicht blockiert, wissen 71 Prozent der Befragten. Und nur noch sechs Prozent glauben, Sonnencreme verhindere eine Bräunung der Haut.
Doch nicht alle Sonnenschutzmythen sind verschwunden. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) hält Sonnenschutz bei bewölktem Himmel für nicht notwendig. Und auch außerhalb der Sommermonate wird Sonnenschutz im Alltag von den meisten Menschen häufig unterschätzt: 18 Prozent glauben, Sonnencreme und Co. seien nur im Sommer oder im Urlaub erforderlich, Sonnenschutz im Winter [MM4.1]spiele kaum eine Rolle.
Die Ergebnisse zeichnen damit zunächst ein positives Bild: Viele zentrale Fakten zum Sonnenschutz sind bekannt. Ob dieses Wissen im Alltag auch tatsächlich umgesetzt wird, ist jedoch eine andere Frage.
Mind-Behaviour-Gap: Wissen allein verhindert keinen Sonnenbrand
Der Vergleich der aktuellen Umfrage mit der repräsentativen IKW-Sonnenschutzumfrage aus dem Jahr 2024 zeigt: Zwischen Wissen und Handeln besteht eine deutliche Lücke. Obwohl die meisten Menschen wissen, dass regelmäßiges Ein- und Nachcremen notwendig ist, bleibt genau das im Alltag häufig aus.
Lediglich 21 Prozent der Befragten verwenden täglich und das ganze Jahr über Sonnenschutzmittel für die Haut. Unter den 18- bis 29-Jährigen geben 46 Prozent an, das Nachcremen nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen häufig zu vergessen. Ein Drittel (33 Prozent) der jungen Erwachsenen berichtet sogar, im Sommer häufiger einen Sonnenbrand zu haben.
Die beiden Umfragen untersuchen unterschiedliche Aspekte, ergeben zusammen jedoch ein klares Bild: Grundlegendes Wissen ist vorhanden, wird aber nicht konsequent in alltägliches Verhalten übersetzt. Diese Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln wird als Mind-Behaviour-Gap bezeichnet.
Zwischen Information und Umsetzung
Warum Wissen allein nicht automatisch zu konsequentem Sonnenschutz im Alltag führt, lässt sich aus den Untersuchungen nicht abschließend beantworten. Die aktuelle Umfrage liefert hierzu jedoch mögliche Hinweise: Nur vier von zehn Befragten informieren sich aktiv über Sonnenschutz und UV-Strahlung. Viele stoßen eher zufällig auf Informationen.
Für die, die sich aktiv informieren, dienen vor allem Apotheken, Medien und Gesundheitsorganisationen sowie Freunde oder Familie als Informationsquellen. Trotzdem fällt es 74 Prozent der Befragten schwer, verlässliche Informationen von widersprüchlichen oder fehlerhaften Inhalten zu unterscheiden.
Social Media spielt insgesamt eine geringere Rolle, ist aber besonders für jüngere Erwachsene relevant: Rund ein Drittel von ihnen nutzt soziale Netzwerke, um sich über Sonnenschutz zu informieren. Und obwohl 82 Prozent aller Befragten bewusst ist, dass Informationen in sozialen Medien falsch sein können, vertrauen dennoch 65 Prozent diesen Inhalten.
Damit zeigt sich eine weitere Herausforderung: Es reicht nicht, Informationen verfügbar zu machen. Sie müssen auch verständlich, verlässlich und im Alltag leicht anwendbar sein.

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