Schadet Sonnencreme der Umwelt?
Wie funktionieren Sonnencreme und Co.?
Sonnenschutzmittel wie Cremes, Lotionen, Gele oder Sprays enthalten UV-Filter, die die Haut vor UV-Strahlen schützen. Man unterscheidet hier zwischen löslichen organischen sowie unlöslichen anorganischen oder organischen Filtern. Je nachdem, welche UV-Filter zum Einsatz kommen, reflektieren, streuen und/oder absorbieren sie die UV-Strahlung. Kombiniert man verschiedene UV-Filter, so wird die gesamte Bandbreite relevanter Wellenlängen der UV-Strahlung abgedeckt, was die Wirksamkeit des Sonnenschutzmittels erhöht.
Alle UV-Filter, die in der EU verwendet werden, unterliegen besonders strengen gesetzlichen Bestimmungen. Nur die in der europäischen Kosmetikverordnung aufgeführten UV-Filter dürfen unter vorgegebenen Bedingungen, wie beispielsweise Konzentration oder Art der Anwendung, eingesetzt werden.
Schadet Sonnencreme der Umwelt?
Sonnenschutz ist wichtig, um uns vor Hautschäden wie beispielsweise Sonnenbrand, Sonnenallergie, Keratosen, vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebserkrankungen zu schützen. Dieser Schutz fängt bereits bei den ganz Kleinen an: Sonnenschutz für Babys und Kinder ist essenziell, da ihre Haut noch keine natürlichen Schutzmechanismen gebildet hat.
Damit Sonnenschutzprodukte ihre Schutzwirkung richtig entfalten können, müssen die darin enthaltenen UV-Filter chemisch sehr stabil sein. Nur so können sie den Schutz der Haut auch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Doch genau diese Eigenschaft kann dazu führen, dass sich die Stoffe aus der Sonnencreme in der Umwelt und in Gewässern anreichern und nur langsam abbauen.
So geht Sonnenschutz umweltschonend
Um die Auswirkungen von Sonnencreme auf Umwelt und Gewässer gering zu halten, können wir alle etwas tun. Dabei geht es aber nicht darum, auf Sonnenschutzmittel zu verzichten. Diese sind für den Schutz unserer Haut unabdingbar. Aber ein sorgsamer Umgang mit den Produkten hilft, eine unnötige Belastung der Umwelt zu vermeiden. Hier ein paar Tipps:
Mittagssonne meiden
Wenn die Sonne senkrecht über uns steht, ist die Sonnenintensität und die UV-Strahlung am intensivsten. Da die Uhrzeit je nach Zeitzone variieren kann, wird empfohlen, die Sonne im Sommer in der Mittagszeit zwischen 11 und 16 Uhr generell zu meiden.
Aber nicht nur die Zeitzone spielt eine Rolle. Die UV-Intensität hängt auch von der Nähe zum Äquator ab. Je näher man sich am Äquator befindet, desto stärker ist die UV-Strahlung. Und auch mit der Höhe relativ zum Meeresspiegel verändert sich die Intensität der Sonneneinstrahlung. Um die Intensität der Sonne richtig einschätzen zu können, kann ein Blick auf den UV-Index helfen.
Wer sich also bewusst in den Nachmittags- und frühen Abendstunden in der Sonne aufhält, kann nicht nur die Strahlenbelastung seiner Haut reduzieren, sondern hierdurch auch die benötigte Menge an Sonnencreme verringern.
Im Schatten aufhalten
Eine weitere Möglichkeit, die Auswirkungen von Sonnencreme auf die Umwelt zu reduzieren, ist der Aufenthalt im Schatten. Doch Vorsicht: Auch im Schatten sollte man die Haut schützen, da noch fast die Hälfte des direkten Sonnenlichts die Haut erreicht. Hier hilft neben Sonnenschutzmitteln auch Kleidung.
Sonnenschutz durch Kleidung
Shirts, Hosen, Röcke oder Kleider: Kleidung kann die Haut vor UV-Strahlen schützen. Je mehr Köperfläche bedeckt ist, desto wirksamer ist der Schutz. Doch es gibt Unterschiede je nach Gewebeart sowie Farbe und Schnitt. Je dichter der Stoff, desto wirksamer hält er UV-Strahlung ab. Weite und dunkle Kleidung schützt dabei besser als enge und helle.
Einen besonders guten Schutz bietet auch spezielle UV-Schutz-Kleidung. Diese besitzt auch im nassen Zustand, also beispielsweise beim Schwimmen, Surfen oder Schnorcheln, noch einen ausreichenden Schutz. UV-Kleidung eignet sich auch besonders gut für empfindliche Kinderhaut.
Produkte gut in die Haut einziehen lassen
Sonnenschutzprodukte sollten großzügig aufgetragen und regelmäßig nachgecremt werden. Für Erwachsene sind das etwa drei gehäufte Esslöffel Sonnenschutzmittel pro Anwendung für den ganzen Körper. Beim Aufenthalt im Wasser eignen sich besonders wasserfeste Sonnenschutzmittel.
Um die Belastung von Sonnencreme für die Umwelt gering zu halten, sollten sie gut in die Haut einziehen. Zwar ist der Schutz bereits direkt nach dem Auftragen wirksam, allerdings kann beim Anziehen ein Teil wieder abgerieben oder beim Aufenthalt im Wasser abgespült werden. Lässt man Sonnencreme und Co. Zeit zum Einziehen, vermindert das den direkten Eintrag ins Wasser.
Erst duschen, dann eincremen
Beim Schwimmen, Surfen oder Schnorcheln sollte immer auch Sonnenschutzmittel verwendet werden. Denn selbst in 50 cm Tiefe kommen noch über 60 Prozent der UV-B-Strahlen und sogar 85 Prozent der UV-A-Strahlen an. Wer also vor dem Aufenthalt im Wasser erst noch duschen möchte, sollte mit dem Eincremen des Sonnenschutzes bis nach dem Duschen warten, um einen ausreichenden Schutzfilm auf der Haut zu haben – und nicht die Sonnencreme gleich wieder ins Abwasser zu spülen.
Sonnencreme richtig abwaschen
Wer sich nach dem Schwimmen duscht, sollte dies möglichst dort tun, wo das Duschwasser in die Kanalisation und damit in die Kläranlage gelangt. Denn unter der Gartendusche oder direkt am Strand versickert das Wasser unmittelbar im Boden und die Sonnencreme kann so in die Umwelt gelangen.

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