Vitamin D trotz Sonnencreme?
Der Körper und das Sonnenvitamin
Vitamin D ist essenziell für unseren Körper. Es stärkt die Knochen, unterstützt das Immunsystem und ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Das Besondere: Der Körper stellt Vitamin D selbst her, da nur ein geringer Prozentsatz der erforderlichen Menge durch Nahrung zugeführt wird. Für die Bildung von Vitamin D benötigt der Körper die UV-B-Strahlen der Sonne, die über die Haut aufgenommen werden.
Vitamin D gibt’s nur durch die Sonne?
Das ist größtenteils richtig. Der Körper stellt Vitamin D vor allem unter dem Einfluss der Sonne her. Die Ernährung spielt bei der Versorgung mit Vitamin D eine nur untergeordnete Rolle. Wie groß die Menge ist, die der Körper herstellen kann, ist hierbei von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel Tageszeit, Jahreszeit oder geografischer Lage des Aufenthaltsortes. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt: Um die körpereigene Bildung anzuregen, sollte ca. ein Viertel der Körperoberfläche für einen Zeitraum von etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne ausgesetzt werden – abgestimmt auf den jeweiligen Hauttyp und die Jahreszeit. Längeres „Sonnenbaden“, ohne die Haut durch Kleidung oder Sonnenschutzmittel und regelmäßiges Nachcremen zu schützen, sollte aber auf jeden Fall vermieden werden.
Sonnenschutz und Vitamin D – ein Widerspruch?
Die Anwendung von Sonnenschutzmitteln kann die Vitamin-D-Versorgung beeinflussen, da die körpereigene Herstellung durch das Auftragen von Sonnenschutzmitteln abnehmen kann. Für die Vitamin-D-Versorgung ist es daher wichtig, einen Teil des Körpers regelmäßig, am besten mehrmals wöchentlich, der Sonne für eine kurzen Zeitraum auszusetzen. Gesicht, Hände und Teile von den Armen und Beinen eignen sich dafür besonders gut. Aber Vorsicht! Als Freikarte für einen stundenlangen ungeschützten Aufenthalt in der Sonne dienen diese Empfehlungen nicht. Die Entscheidung über die Länge des Zeitraums sollte sich immer nach Hauttyp, Jahreszeit und Region, wo man sich aufhält, richten. Denn gerade im Hochsommer während der Mittagszeit können 25 Minuten für helle Hauttypen schon viel zu lange sein. Auch wenn noch kein Sonnenbrand sichtbar ist, können UV-Strahlen der Haut unbemerkt schaden. Tagesrandzeiten, bspw. am Morgen oder gegen späten Nachmittag, sind daher besser geeignet, um Sonne an die Haut gelangen zu lassen. Und auch der Aufenthalt im Schatten reicht im Sommer in der Regel aus, um eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung zu gewährleisten. Bei längeren Aktivitäten in der Sonne sollte die Haut unbedingt geschützt werden, da sonst ein Sonnenbrand und langfristige Schäden der Haut drohen. Kleidung, der Aufenthalt im Schatten oder Sonnencremes mit UV-Filtern schützen die Haut vor schädlicher UV-Strahlung.
Und was ist im Winter? Reichen die Sommermonate aus, um die Vitamin-D-Speicher genügend aufzufüllen? Die gute Nachricht ist: Ja! In Deutschland sind die warmen Monate des Jahres zwischen Frühling und Spätsommer für die Bildung von Vitamin D ausreichend. Der Körper speichert Vitamin D im Muskel- und Fettgewebe und kann bei Bedarf im Winter darauf zugreifen.
Vitamin D entsteht auch im Schatten
Auch ohne direkte Sonneneinstrahlung entsteht Vitamin D: Generell gelangen bis zu 50 bis 70 % der UV-B-Strahlen durch Streuung und Reflexion auf die Haut. Das bedeutet, dass auch bei einem Aufenthalt im Schatten – etwa unter einem Baum oder einem Sonnenschirm – Vitamin D gebildet wird. Das bedeutet aber auch, dass im Schatten nach einer bestimmten Zeit die Haut geschützt werden muss.
Fakt: Umsichtig eingesetzt, entsteht Vitamin D auch mit Sonnenschutz
Der Mythos, dass nur langer und ungeschützter Sonnengenuss für eine optimale Vitamin-D-Versorgung sorgt, ist falsch. Durch einen bewussten Umgang mit der Sonne und dem angemessenen Einsatz effektiver UV-Filter, lässt sich die Haut schützen und der Vitamin-D-Haushalt im Gleichgewicht halten. Für Risikogruppen, Babys oder bei einer individuell auftretenden Unterversorgung mit Vitamin D kann allerdings in sonnenarmen Monaten eine gezielte Nahrungsergänzung – ausschließlich in Rücksprache mit Ärzten – sinnvoll sein.
